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500.000 Liter Gefrorenes
Essen – Beinahe wäre aus der größten Eisbahn der Welt nur das größte
Tretbecken geworden. Nach den schweren Regenfällen am vergangenen
Wochenende stand auf der 7.800 Quadratmeter großen Eisfläche knöchelhoch
das Wasser.
"500.000 Liter wieder gefrieren zu lassen, das war mit unseren
Aggregaten nicht mehr zu packen", erklärt Michael Burkhardt. Der
Betreiber des winterlichen Schlittschuh-Vergnügens unterhalb der Türme
der Kokerei Zollverein in Essen entschied kurzfristig: "Das Eis wird
abgetaut und komplett neu verlegt." Dazu mussten einige zusätzliche
Generatoren herangeschafft werden. Wie viel Watt letztlich nötig waren,
um bei frühlingshaften Außentemperaturen die 650 Meter lange Eisbahn zu
erschaffen, weiß selbst der Experte nicht.

Zu den Premierengästen am Freitag gehörte die Gruppe vom Kinderhaus
"Blauer Elefant". Für die Drei- bis Sechsjährigen, die begeistert ihre
Runden drehten, hat Michael Burkhardt extra Schlittschuhe mit jeweils
zwei Kufen im Verleih.
Vom einen kann man kaum das andere Ende der Bahn sehen. "Vor allem am
Abend, wenn die Silhouette der Kokerei rot und die Eisfläche blau
angestrahlt wird, bieten wir ein einmaliges Ereignis" schwärmt Burkhardt.
Auch Gabriele Heidner, Geschäftsführerin der Stiftung
Industriedenkmalpflege, ist sichtlich stolz: "Ein Weltkulturerbe mit der
weltgrößten Kunsteisbahn auf dem Gelände der einst weltgrößten Kokerei"
, schwelgt sie in Superlativen.

15.000 Gäste haben bereits ihre Schlittschuhe unter den Kokereitürmen
geschnürt, und das, obwohl die Bahn erst seit heute in voller Länge
fertig gestellt ist. Auf ihren Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde
müssen die Essener aber noch warten. Erst im Herbst entscheiden die
Juroren wieder über die Rekorde aus aller Welt. Am heutigen Samstag
findet zunächst die offizielle Eröffnungsfeier der inoffiziell längsten
Eisbahn mit Feuerwerk und Musik statt.
Heiko Mühlbauer, WAZ, 29. Dezember 2001
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