Krippenspiel, Kufenflitzer und Mandelduft
Besucher von Markt und Eiszelt begeistert

 

Von unserem Redaktionsmitglied K.-H. Engel Neubrandenburg. Zehntausende haben am Wochenende den Neubrandenburger Weberglockenmarkt besucht. Die Kleinen zogen, die Großen schoben, so drängte sich die Menge unablässig durch die Torkulissen in die Turmstraße. „Das ist ein Auftakt nach Maß“, freute sich Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU). Die Besucher, darunter unzählige Bewohner des Umlandes, zeigten sich angetan von der anheimelnden Marktmeile. Düfte von gebrannten Mandeln, Schürzkuchen, Glühwein und Grillwürsten neckten die Nase. Chöre sangen. Man begegnete Freunden und Bekannten, hielt hier einen Schwatz und lauschte dort den Musizierenden. Die Passanten lobten die in sattem Rot und Grün, den klassischen Weihnachtsfarben, gehaltene Dekoration. Das Marktplatzcenter zählte am Sonnabend 4000 Kunden mehr als an Sonnabenden üblich. Mit dem Weberglockenmarkt sei der Stadt dieses Mal ein großer Wurf gelungen, schwärmte ein fröhlicher Datzeberger.

Doch würde das Eislaufzelt auf dem Marktplatz ähnlichen Zulauf finden? Bei den Stadtwerkern (neu.sw) zeigte man vor der Eröffnung am Sonnabend Vormittag durchaus Lampenfieber. „Wie bei jeder Premiere“, meinte Unternehmenssprecherin Anja Hünemörder. Ob das zehn Zentimeter dicke Eis trägt, hatte OB Paul Krüger, zwar schon am Abend zuvor getestet und dabei erste Riefen auf das glatte Terrain gezogen. Doch würde es den Neubrandenburgern bei den milden Außentemperaturen schon nach Eislaufspäßen zumute sein?

Die Sorge war unbegründet. Als der OB und Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) das blaue Band unter Mithilfe von Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Hanson, Kurierverlags-Geschäftsführer Manfred Christoffer und Sparkassen-Vorstand Peter Siebken zerschnitten, zwängten sich sogleich Eislauffans und Neugierige in den Eingang. Und was erwartete sie zunächst? Eine Cafeteria in vorweihnachtlichem Schmuck, ein Krippenspiel mit echten Schafen hinterm Zaun und ein Stand, an dem Ulrike Legde aus Beseritz Advents- und Weihnachtsschmuck fertigte. An Wintervergnügen vor langer Zeit erinnert ein uralter Beseritzer Pferdeschlitten. Franziskaner-Pater Heinrich nahm die Gelegenheit und wies die Gäste auf die tiefe christliche Symbolik des Krippenspiels hin. Die Vorzeltgestaltung geht auf Karl Brocks, Betreiber des Musiktheaters Alter Schlachthof, und sein Team zurück. Für sie gab es viel Lob. Dann aber die eigentliche Eishalle: Als erste sauste eine Mädchengruppe des Rostocker Eislaufvereins auf die 1800 Quadratmeter große Fläche. Die Sechs- bis Zehnjährigen zeigten vor den neidvollen Blicken der Neubrandenburger, wie man sich auf blitzenden Kufen bewegt. Schwünge, Salchows, Pirouetten – kein Problem für die Schülerinnen. In der Hansestadt, so berichtete eine Betreuerin, könne man sommers wie winters trainieren.

Übertroffen wurden die Rostocker jedoch von Eiskunstläufern des Berliner SC. Die zauberten unter dem Applaus der Menge einen Hauch Eislaufrevue in die Halle. Center-Manager Olaf Oehme hatte die Gruppe besorgt.

Auch Ältere dabei

Aber auch die „gewöhnliche“ Eislaufszene sorgte für Stimmung. Sandra aus Cammin war mit sechs Jahren eine der jüngsten. Die Kleine mit Opa Gerd Westphal an der Hand fand es prima, endlich Schlittschuh laufen zu können. Zunehmend mischten sich auch ältere Jahrgänge unter die Laufenden. „Gelernt ist gelernt“, so ein sportlicher Mittfünfziger.
Der Ausleihpunkt hält 250 Paare Schlittschuhe aller Größen parat. In den nächsten Tagen wird dort auch ein Kufenschleifer seine Arbeit aufnehmen. Bis zum Abend registrierte das Hallen-Personal 7700 Besucher, die teils aus Neugier, teils zum Eislaufen ins Zelt gepilgert waren. In der gesamten Vorjahrssaison war man auf lediglich 10 000 gekommen.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 13 bis 20 Uhr; Sa, So 10 bis 20 Uhr

Quelle: Nordkurier